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DER LEBENDE KÖRPER ALS SPHÄRE ZWISCHEN MATERIE UND GEIST

Wie Heilung vor sich geht, ist durch keinen spezifischen Mechanismus zu erklären, zum Beispiel durch eine biochemische Reaktion oder einen bestimmten Eingriff. Es können materielle, vegetative, psychische, soziale, mentale und spirituelle Einflüsse beteiligt sein. So ist eine der ersten Fragen, die sich bei einer heilenden Therapie stellen sollte: Welche Sphäre steht im Zentrum des Geschehens? Wenn dies beantwortet ist, schließen sich die Fragen an: Wie geht man mit dieser Sphäre um, und wie sind die anderen einzubeziehen?

Die moderne Medizin hat sich seit circa 400 Jahren auf Basis der Naturwissenschaft entwickelt. Seit gut 100 Jahren hat sie auch die subjektiven, mentalen und psychosozialen Faktoren mehr und mehr einbezogen. Was sie jedoch erst ansatzweise erforscht hat, ist jene Sphäre, welche die subjektiven, psychischen und geSphaerenistigen Sphären mit der objektiven, materiellen Sphäre verbindet. Es ist die Sphäre des Lebens im Körper oder - mit einem anderen Wort - die biotische Sphäre. Zu ihr können wir über das myofasziale System Zugang gewinnen.

Diese körperliche, biotische Sphäre reagiert nicht nur gesamthaft, wenn physische, biochemische, homöopathische, psychosoziale oder mentale Einflüsse auf den Organismus einwirken; sie sorgt zugleich auch für den Zusammenhalt des gesamten Organimus. Die Medizin setzt die Leistung der biotischen Sphäre mehr oder minder als selbstverständlich voraus.

Der myofasziale Dialog (MfD), der hier vorgestellt wird, ist ein Weg, auch die biotische Sphäre bewusst und gezielt mit einzubeziehen. Er beruht darauf, dass Muskeln und Faszien eng mit dem vegetativen Nervensystem verwoben sind, und dieses wiederum eng mit dem psychosozialen und mentalen Geschehen verknüpft ist. Die biotische Sphäre kann nicht nur zu jedem Stein, zu jeder Pflanze, zu jedem Tier und zu jedem Mitmenschen eine Beziehung herstellen, sondern unterhält zugleich auch in sich selbst ein hochkohärentes Beziehungsfeld. Der MfD setzt systematisch bestimmte Testreize und registriert die Reaktionen des Muskel- und Fasziensystems darauf, um Störungen in diesem Feld aufzudecken.